| Was | Start | Information | Stand |
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| Was | Bild | Information | Besucht |
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| Geschichte - Bis heute | ![]() |
Die geschichtliche Zeit Beetzsees begann im Jahr 1290, als Brielow erstmals als „Brilow“ in einer Urkunde erwähnt wurde. Markgraf Otto IV. verkaufte das Dorf der Altstadt Brandenburg für „9 Mark Stendaler Geld und 21 Pfund Pfennige“ und befreite gleichzeitig die Stadt von Zöllen und der Dammarbeit für Brielow. Die erste schriftliche Erwähnung Radeweges als „Radenwede“ stammt aus dem Jahr 1335. Markgraf Ludwig I. verpflichtete in der Urkunde mehrere Dörfer entlang des Beetzsees, neben Radewege beispielsweise auch die Orte Butzow und Lünow bei der Instandhaltung von Dämmen und Wegen zu helfen. Im Jahr 1373 wurden Bürger der Altstadt als Besitzer mehrerer Hufen geführt. Ebenfalls Besitzungen im Dorf hatte der Bischof von Brandenburg. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) traf auch das protestantische Brandenburg. Unter anderem drangen schwedische Truppen in das Gebiet um die Städte Altstadt und Neustadt ein. Aus dieser Zeit stammt der Name der Schwedenlinde, eines Naturdenkmals in Brielow. Einer Legende nach war unter diesem Baum ein im Krieg gefallener schwedischer Offizier beerdigt worden. An der westlichen Gemeindegrenze, zwischen dem Bohnenländer See und dem Grönschen Bruch, etwa zur Hälfte in der zu Brandenburg gehörenden Gemarkung Bohnenland, befinden sich die sogenannten Schwedenwälle, eine etwa 30 Meter breite und einen Kilometer lange Landwehr, bestehend aus zwei Wällen und drei Gräben. Sie waren bereits zuvor von der Altstadt angelegt worden und wurden von schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg verwendet. In der gesamten Gegend entlang der Havel und der mit ihr verbundenen Seen gab es zu Beginn und im Verlauf des 19. Jahrhunderts und mit der beginnenden und voranschreitenden Industrialisierung in Preußen einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aufgrund reicher Tonvorkommen in der Gegend und der Nähe des Sees wurden unter anderem um die Ortschaften Brielow und Radewege mehrere Ziegeleien errichtet. Die Havel ermöglichte einen Transport in die Industriezentren. Die gebrannten Klinker wurden vor Ort auf Lastkähne verladen und mit dem Schiff in die Städte Brandenburg, Potsdam und Berlin transportiert. Eine Schiffsladung bestand üblicherweise aus etwa 40.000 bis 50.000 Ziegelsteinen. Die Klinkerproduktion wurde teilweise noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aufrechterhalten. Dann erschöpften sich die Tonvorkommen und modernere Werkstoffe wurden eingesetzt. Der Name Beetzsee wurde für die Gemeinde gewählt, da eine Neugründung unter Einbeziehung aller fusionswilligen Orte und keine Eingemeindung in einen Ort beabsichtigt war. Dies sollte durch einen neuen Namen deutlich werden. Da der angrenzende See das Bild der Gemeinde dominiert, fiel die Wahl auf Beetzsee. Der Ursprung des Namens Beetzsee ist nicht genau geklärt. So wird beispielsweise ein eventueller Zusammenhang zu anderen möglichen Namen von Seen (Bützsee, Bötzsee, Bützowsee) hergestellt. Ein Entlehnung aus dem Urslawischen wird diskutiert. So wird beispielsweise ein Bezug zu bъčъ für „großes Gefäß“ oder „Feldbrunnen“ oder bučatri für „vor Feuchtigkeit anschwellen“ oder „faulen“ vermutet. |
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| Sakralbauten - Dorfkirche Brielow | ![]() |
Die Dorfkirche Brielow ist eine Saalkirche und liegt im heutigen Ortsteil Brielow, in der Gemeinde Beetzsee. Sie trägt keinen Namen. Der barocke Westturm ist schlicht gestaltet. Einfaches Gesims teilt für den Betrachter den Bau in drei Stockwerke. Das Schiff ist im Stil des Historismus gebaut. Es wurde mit roten Klinkern gemauert. Auf der Nordseite befindet sich zentral in einem Risalit das Hauptportal der Kirche. Es ist zweistufig und hat eine verkröpftes Gesims. Das Kircheninnere mit einem offenen Dachstuhl und der Apsis war ursprünglich ausgemalt. Bei der Modernisierung in den 1970er Jahren wurde der Innenbereich umgestaltet. Von der früheren Ausstattung blieben Taufe und Kanzel erhalten. Die Orgel stammt aus der Werkstatt Carl Ludwig Gesells und wurde um 1870 verbaut. Das Geläut mit zwei Klangstahlglocken wurde 1928/29 installiert. Die Kirche befindet sich versteckt beziehungsweise durch ein weiteres Gebäude und Bäume verdeckt, abseits der Brielower Hauptstraße. Zugang vom Dorf erfolgt durch ein kleines schmiedeeisernes Tor. Im Kirchhof südlich der Kirche steht ein jahrhundertealtes heutiges Naturdenkmal, die Schwedenlinde. Der südliche Bereich des Kirchhofs wird noch heute als Friedhof genutzt. Ort in Google Map anzeigen! |
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| Sakralbauten - Dorfkirche Radewege | ![]() |
Die Dorfkirche Radewege ist eine Saalkirche und liegt im Zentrum des heutigen Ortsteils Radewege in der Gemeinde Beetzsee. Sie trägt kein Patrozinium. Das Beetzseedorf Radewege wurde erstmals 1335 urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1400 herum soll die Hauptbauphase der heutigen gotischen Dorfkirche anzusetzen sein. Bei einem Brand 1607 wurde die Kirche beschädigt und bis 1608 neu aufgebaut. 1756 wurde der Kirchturm ausgebaut. 1756 wurde dem Turm eine zwiebelförmige Turmhaube aufgesetzt. Andere Publikationen sprechen von einer Renovierung des Kirchturms vermutlich 1770. Weitere Reparaturen sind für die Jahre 1831 und 1888 beschrieben. 1894/1895 wurde der Innenraum der Kirche in Radewege umfassend umgestaltet. Die Leitung dieses Bauvorhabens lag beim damaligen Baurat Tiedemann. Im Rahmen dieser Umbaumaßnahme wurden beispielsweise die Orgel, das Kirchengestühl, die Empore und ein farbiges Chorfenster in ihrer heutigen Form errichtet. Nach einem Blitzschlag und Brand am 4. Mai 1973 wurde die Turmhaube erheblich beschädigt und musste wegen Absturzgefahr abgenommen werden. Der Turm erhielt in der Folge ein schlichtes flaches Zeltdach. Die Radeweger Dorfkirche hat eine Ost-West-Länge von 15,6 Meter. Die Breite beträgt 8,6 Meter. Die Ost-West-Ausrichtung ist nicht ideal. Zwischen sechs und acht Grad weicht der Bau nach Nordost beziehungsweise Südwest von der idealen Linie ab. Die Ziegelsteine, die beim Bau der Kirche verwendet wurden, haben eine Abmessung von relativ einheitlichen 29 bis 30 Zentimetern Länge mal 13,5 bis 14 Zentimetern Breite mal 9 bis 9,5 Zentimetern Höhe. Im Innenraum der Saalkirche findet man ein klassisches gemauertes Kreuzrippengewölbe und Dienste. Das Kreuzrippengewölbe wird durch farbig gemalte Verzierungen begleitet. Am Übergang vom Schiff zum Chor befindet sich auf der Nordseite des Innenraums eine hölzerne Renaissance-Kanzel, die aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt. Direkt neben dieser Kanzel wurde eine kunstvoll vorkragende Sakramentsnische eingearbeitet. Über dieser steht eine hölzerne, farbig gefasste Madonna mit Kind. Das Original befindet sich derzeit zur Restaurierung im Dommuseum Brandenburg. Stattdessen wurde für die Zeit der Restaurierung eine Kopie aufgestellt. Um die Sakramentsnische wurde die Nordostwand des Chores farbig mit einem gemalten Blattwerk verziert. Unterhalb befinden sich zwei spitzbogige Nischen. Zentral im Chor befindet sich der Altar, über dem die farbigen Chorfenster imponieren. Die Kirche liegt im Zentrum Radeweges an der Dorfstraße. Der Kirchhof wird heute nicht mehr als Friedhof genutzt. Auf dem Grundstück vor den Westportal steht ein Modell der Turmhaube, die laut einer Informationstafel nach erfolgreicher Spendensammelaktion wieder hergestellt und installiert werden soll. Ort in Google Map anzeigen! |
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