- Im Januar mit dem Womo unterwegs zu sein kann sehr schnell zum unangenehmen Abenteuer werden. Meine Planung richtete sich darum auf die östliche Ostseeküste aus, da ich hier glaube, dass die Winter immer etwas milder ausfallen als im Mittelgebirge bzw. noch weiter südlich davon.
- Viele der kleinen Städte an der östlichen Ostsee kennen wir noch aus der Selektrazeit. Inzwischen hat sich dort nach der Wende sicherlich ziemlich viel getan und wir sind neugierig ob auch zum Positiven.
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Aufenthalt in Altwarp - vom 03. bis 05.01.2016 - 2 Nächte 
| Tag/Datum | Tagebucheintragung | Anzeigen |
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| Sonntag 03.01.2016 |
Ich bin vor dem Frühstück zum Womo gegangen, weil das Thermometer eine Außentemperatur von -10°C angezeigt hat. Jetzt hatte ich ein schlechtes Gewissen. Das war offensichtlich auch nicht unbegründet. Im Womo selbst waren -4°C. Die Wasserleitung einschließlich Armaturen war eingefroren. Die Batteriespannung vom Aufbau war 13,6 V, das war recht gut. Die Heizung lief sofort an, aber das Paneel zeigte "Paneel-Störung" und ließ sich auch nicht benutzen. Aber die Heizung lief. Nach dem Frühstück bin ich nochmals zum Womo gegangen. Jetzt waren schon 3°C im Aufbau. Die Armaturen waren immer noch eingefroren. Ich habe mich entschieden trotzdem zu starten. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Als wir mit den Klamotten im Womo ankamen waren schon 9°C. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen aber es lebt. An der Sprint Tankstelle haben wir unseren Dieseltank aufgefüllt. Das Navi führte uns nun quer durch Berlin. Nach Berlin rein, staute sich mächtig der Verkehr. Ist wohl die Weihnachtsrückreisewelle. Auf unserer Seite war es ziemlich leer. In Torgelow haben wir auf dem ALDI-Parkplatz gehalten, um unser zweites Frühstück einzunehmen. Jetzt waren beide Wasserhähne aufgetaut. Sieht so aus, als ob sie keinen Schaden genommen haben. Die Toilettenspülung war noch fest. Im Womo waren jetzt 19°C. Nach Toilettennutzung sind wir dann weiter gefahren. Den Womo-Stellplatz im Hafen haben wir problemlos gefunden. Wir haben einen herrlichen Platz mit Blick auf das Haff. Es weht so ein eiskalter Wind, dass man das Womo besser nicht verlassen sollte. Ich war aber trotzdem gleich bezahlen. Beim Kaffeezubereiten sabberte die Maschine Wasser unten heraus. Ich ahnte schon was mich erwartet wenn ich sie öffne und genau das hat sich bestätigt. An der Hochdruckpumpe ist ein Keramik-Anschluss geplatzt. Die können wir für diese Tour abschreiben. Susanne ist richtig begeistert. Trinken wir Tee, das ist sowieso gesünder. Draußen rüttelte inzwischen der eisige Wind mit ziemlicher Heftigkeit an unserem Womo. Susanne hat sich vor lauter Frust schlafen gelegt. Den Abend haben wir mit Fernsehen verbracht, heute kam ja der zweite Teil von dem Tatortkrimi mit Till Schweiger. Vivien-Sara hat uns spät abends noch mitgeteilt, dass der Opa von Keina gestorben ist. Sie waren wohl gerade mit dem Auto zu ihm unterwegs. |
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| Montag 04.01.2016 |
Die Nacht haben wir trotz -14°C gut überstanden. Unser Womo ist doch super klimatisiert. Es ist kuschelig warm und ohne Kälteabstrahlung an den Fenstern in der Sitzecke. Das war wohl unser erstes Frühstück mit Tee. Nach dem Frühstück habe ich unsere Stellplatzbilder gemacht. Der Wind blies noch unvermindert eisig und ich war froh, als ich wieder im Womo war. Eine Stunde später haben wir eine Runde durch das Dorf gemacht. Wir waren eingemummelt bis zum Hals. Am späten Mittag fuhr ein Bäckerauto vor und hupte. Wir haben uns mit Kuchen versorgt. Zum Kaffee (Tee) haben wir ihn genossen, er hat lecker geschmeckt. Zwischendurch kam unser Nachbar an unser Womo und bat um Hilfe. Er hat ein Problem mit seiner Startbatterie. Sein Telefon funktioniert angeblich nicht. Ich habe gewählt was er wollte hatte aber die gleichen Probleme. Also ist eher zu vermuten, dass er eine falsche Telefonnummer hat. Am Nachmittag brummte dann plötzlich doch sein Motor los. Also hatte sein Ladegerät doch gearbeitet. Fast zeitgleich erschien ein Serviceauto von einer Werkstatt. Die Aufregung war also völlig umsonst. |
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Aufenthalt in Ahlbeck - vom 05. bis 08.01.2016 - 3 Nächte 
| Tag/Datum | Tagebucheintragung | Anzeigen |
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| Dienstag 05.01.2016 |
In der Nacht fiel die Temperatur nochmals auf -14°C. Die Frontscheibe war innen komplett mit einer Eisschicht bedeckt, sogar auf dem vorderen Bereich des Armaturenbrettes war eine dicke Eisschicht. Ich habe unseren Booster für die Front eingeschaltet und gute 30 Minuten vor der Abfahrt den Motor geheizt. Er ist auch problemlos angesprungen. Die Straßen unterwegs waren trocken und eisfrei. Die Zieleingabe ins Navi war abenteuerlich. Es gab den Ort Ahlbeck nicht auf Usedom. Auch nicht Ostseebad. Man muss Heringsdorf eingeben, dann kommt Heringsdorf/Ahlbeck und dort gibt es dann auch die Straße. Darauf muss man erst mal kommen. Der Platz in Ahlbeck liegt direkt neben der Bahnstrecke und dem Bahnhof. An der Einfahrt ist ein großes Schild, "Nachts kein Zugverkehr". Aber da es hier nur die modernen Triebwagen gibt, hält sich der Lärm in Grenzen. Die Einrichtungen vom Stellplatz sind sehr hausbacken, aber der Eigentümer sehr freundlich und Hilfsbereit. Wir sind nach dem Anlanden in den Ort gegangen, mit dem Vorsatz in das erst beste Café zu gehen. Leider keins gefunden. Zum Schluss waren wir bei dem Nettobäcker und haben dort Kuchen gekauft. Im Netto selbst haben wir wasserlöslichen Kaffee gekauft. Leider hatten sie keinen Filter. Kaffeegetrunken haben wir dann im Womo. Der Kuchen war sehr lecker. Gegen Abend sind wir in den Ort zum Griechen gegangen. Dieses mal hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Das Essen war sehr üppig aber geschmacklich mäßig. Am Schlimmsten war aber die Raumtemperatur. Nach ca. einer Stunde waren wir dann richtig runter gekühlt und freuten uns auf unser warmes Womo. In einer Ecke des Lokales haben wir unsere Womo-Nachbarn entdeckt. Die haben uns informiert, dass in Zinnowitz eine Gasfüllstelle ist. Der Abend gehörte offensichtlich Vivien-Sara. Sie stöberte in deutschen Wohnungsanzeigen, gebrauchten Autos und Wohnungseinrichtungen. Das Handy stand nicht still. |
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| Mittwoch 06.01.2016 |
Heute bin ich zum Bäcker im Netto gegangen um frische Brötchen zu holen. Das war wieder ein leckeres Frühstück. Nach dem Frühstück sind wir über den Baumarkt in die Stadt gegangen. Es gab noch kein Gas dort. Wir haben aber jetzt die Telefonnummer. Dadurch können wir vorher anrufen. In der Kurverwaltung haben wir uns einen Stadtplan und einen Aufkleber besorgt. Die Seebrücke war dieses mal ein besonderes Erlebnis. Am Strand war ein richtiger Wall aus Eis. Auf einer Seite der Brücke war das Wasser am Strandbereich schon richtig teigig. Die Dalben der Brücke hatten riesige Eisbärte. Was für ein tolles Naturschauspiel. Im Womo haben wir uns wieder aufgetaut und unser zweites Frühstück eingenommen. Nachmittags hat der Anruf beim Baumarkt ergeben, es gibt wieder Gas. Vom Stellplatz habe ich einen Fahrradhänger bekommen. Das macht die Besorgung einfacher. Der Preis von 17,99€ ist O.K. Jetzt sind wir wieder gut ausgestattet. | Ohne |
| Donnerstag 07.01.2016 |
Ich habe für unser Frühstück wieder frische Brötchen besorgt. Da heute Duschtag war und Susanne ihre Haare trocknen musste sind wir erst so gegen Mittag losgegangen. Dieses mal mit den Kameras, aber ich Idiot ohne Handschuhe. Ich war der Meinung das ich keine benötige, da es ja schon wärmer geworden war. Aber ich musste mal wieder lernen, dass Temperatur nur ein Kriterium für Kältewahrnehmnung ist. Ich hatte jedenfalls eiskalte Pfoten. Auf dem Rückweg haben wir Brot, leckeres Hackmet und Bier von dem Nettomarkt mitgenommen. Wir waren heilfroh dann wieder im Womo zu sein und die wohlige Wärme genießen zu können. Wir sind auch nicht mehr raus gegangen. |
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| Freitag 08.01.2016 |
Der Wetterbericht sollte recht haben. Es hatte in der Nacht geschneit und es lagen ca. 15 cm Schnee. Premiere für unser Womo. Nach dem Frühstück haben wir uns ehrlich gemacht und nach gründlicher Müllentsorgung sind wir wieder gestartet. Unser Womo zog ohne zu rumpeln aus dem Schnee. Schon die Hauptstraße war aber dann schwarz und weitestgehend schneefrei. |
