Studium an der TFH DresdenAllgemeine Infos ++Das Studium (Start 01.09.1967 ) ++
01.09.1967: Ich beginne wohl mit dem verrücktesten Abenteuer meines Lebens. Ich starte ein Studium an der TFH für Verkehrswesen in Dresden. Trotz eisernem Vorhang und komplett dichter Grenze, für mich gibt es ein Loch in der Mauer. Drei Jahre Dresden, mit dem Ziel diese Uni als Ingenieur für Eisenbahnmaschinentechnik zu verlassen. Das wird eine harte Zeit für mich werden. Zu Hause wartet eine Frau und ein Grundstück mit Wochenendhaus.
Der Abschluss ++
17.07.1970: Es ist geschafft. Ich habe mein Ziel erreicht. Seit heute habe ich das Zeugnis und die Ingenieururkunde in den Händen. Meine Studienzeit an der TFH für Verkehrstechnik in Dresden ist damit beendet. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ich habe nahtlos eine Anstellung im Raw Tempelhof als Energetiker erhalten. Jetzt darf ich meine Ingenieursarbeit in die Praxis umsetzen. Dabei kann ich mich natürlich über den Planer und Konstrukteur dieser Maßnahme nicht beschweren.
Allgemeine InfosWarum Modellbahngeschäft ++Die letzten Jahre bei der Fa. Reuss haben mich offensichtlich mehr geschlaucht als ich es mir selbst bewusst war. Meine Idee zum runterkommen war Hobby zum Beruf zu machen. Darum habe ich in der Silbersteinstraße ein Ladengeschäft für Modelleisenbahn eröffnet. Das war gar nicht so einfach wie ich dachte. Bei ersten Kontakten zu Zulieferern stieß ich bis auf wenige Ausnahmen auf klare Ablehnung. Besonders brutal war die Fa. Märklin, die mir nur ihr Kinderprodukt zur Verfügung stellen wollte, um mich damit auf die Probe zu stellen. Nach zwei Jahren wollten sie dann darüber entscheiden, ob ich auch die richtige Modelleisenbahn verkaufen darf. Ich habe mich davon wenig beeindrucken lassen und in vielen Gesprächen habe ich mich über alle Widerstände hinweggesetzt. ▼
Das GeschäftStart November 1983 ++
November 1983: Ich habe nach der Vorlage eines Geschäftsplanes bei der Deutschen Bank eine Zusage für einen Kredit in Höhe von 120 000,- DM bekommen. Einzige Sicherheit für die Bank ist das Zugriffsrecht auf den Warenbestand.
12.02.1984: Ich habe einen Mietsvertrag für ein Ladengeschäft in der Silbersteinstraße in Berlin Neukölln unterschrieben. Der Mietvertrag gilt ab 01.03.1984, aber die Schlüssel bekomme ich bereits nach Zugang der Mietskaution.
27.02.1984: Ich starte mit dem Bau der Ladeneinrichtung. Ich habe über das Spanplattenwerk, in dem mein Vater als Lagerleiter arbeitet, für eine symbolische Zahlung von 100,-DM, Möbelplatten bezogen.
01.04.1984: Am unkompliziertesten war der Warenkredit von der Deutschen Bank, den ich bereits nach einem Jahr aus den Einnahmen zurückbezahlt hatte. Der gesamte Warenbestand von über 100 000 DM gehörte mir dann bereits.
Aber auch schon nach dem ersten Jahr stellte ich fest, dass mich das nicht auf Dauer ausfüllen wird. Offensichtlich hatte ich mich bereits ausgeruht und sehnte mich nach neuen Herausforderungen. Jemanden in das Geschäft zu stellen und nur sporadisch vor Ort zu sein, davon haben mir alle Insider abgeraten. Beim Versuch das Geschäft zu verkaufen, tauchten nur Interessenten auf die kein Geld hatten und das ganze abzahlen wollten. Auch das war mir zu unsicher. Da ich durch alte Kontakte einen lukrativen Job bei OSRAM angeboten bekam, musste dann alles sehr schnell gehen. Ich machte einen Räumungsverkauf und innerhalb von zwei Monaten war alles an Modellbahn weg und mein Weg frei für Osram.
Allgemeine InfosWarum Osram? ++Meine Zeit bei OSRAM begann mit dem Ende meines Modellbahngeschäftes. Ich war mittlerweile ausgeruht und voller Tatendrang nach neuen Herausforderungen. Das Modellbahngeschäft war für mich keine Herausforderung, es lief einfach mit Bestellung und Verkauf. Mir fehlte das Gestalten von Strukturen der Kampf um die Erfüllung gestellter Ziele und ich brauchte Menschen, mit denen ich kooperieren und kommunizieren konnte, Osram machte mir ein lukratives Angebot mit einer guten Einarbeitungszeit und zu einem attraktivem Gehalt. Da habe ich begeistert ja gesagt. ▼
KostenstellenleiterStart bei Osram ++
01.07.1985: Mein erster Arbeitstag bei Osram begann im Werk Berlin und dann ging es im Rahmen meiner Einarbeitung in die Lampenphysik für fast drei Monate nach München in die Hauptentwicklung. Eine tolle Zeit mit einer Flut an Informationen, neuen Menschen in meinem Leben und total ausgelasteten Tagen.
AbteilungsleiterAllgemeine Infos ++Mit der Einstufung als Abteilungsleiter begann für mich eine neue Ära bei OSRAM. Bei vielen Menschen,die vorher meine Kollegen und gleichgestellte waren, spürte ich plötzlich Neid und Missgunst, der sich manchmal sogar in bösen Intrigen widerspiegelt. Egal, ich ging diese Arbeit mit viel Power an. Schon als ich die Abteilung HD3 übernahm, war sie die Personalintensivste des Werkes Berlin. Anfänglich mit 300 Mitarbeitern waren es schon nach ca. 2 Jahren etwas über 500. Da ich auch die innovativsten Produkte des Werkes hatte, lag bei mir auch das höchste Investvolumen. Mein höchster Jahreswert war etwas über 200 Milionen DM. Bei meiner ständigen Suche nach besseren Abläufen in der Fertigung stieß ich auf ein System mit dem Namen TPM bzw. erweitert Toyota Produktionssytem. Ein großer Korb an Tools zur Verbesserung von Abläufen. Ich habe dieses System mit Unterstützung meines Werkleiters in meiner Abteilung sehr erfolgreich eingeführt. In diesem Zusammenhang habe ich auch das SAP R3 Tool für Instandhaltung in meiner Abteilung eingeführt, mit einem Investvolumen von ca. 40.000,- DMEreignisse ++
01.10.1988: Ich wurde zum Abteilungsleiter ernannt und in diesem Zusammenhang in die Gehaltsgruppe AT eingestuft. Nun gehöre ich zum Führungskreis von OSRAM und habe eine Anwartschaft auf eine Betriebsrente für außertariflich Beschäftigte bei OSRAM.
14.04.1992: Ich habe auf eigenen Wunsch eine Zwischenzeugnis erhalten.
TPM BüroAllgemeine Infos ++Durch meine TPM-Erfolge in meiner Abteilung wurde ich von der Geschäftsführung in München beauftragt in Berlin ein TPM-Büro aufzubauen, von dem aus ein Rollout auf alle europäischen OSRAM-Werke gestartet werden sollte. In München entstand ein Pendant mit der selben Aufgabe für alle Werke außerhalb Europas.Ereignisse/Aktivitäten ++
Juni 1998: Martin reist von Osram aus in die USA. Wir sind in Boston mit dem Flugzeug gelandet und von da aus mit einem Mietwagen nach Manchester. Dort waren wir drei Tage im Lampenwwerk. Es ging weiter nach St.Louis und Hillsboro. Wir waren drei Leute von Osram und waren zum Thema SAP R3 unterwegs. Das Datum kann ich nicht mehr genau verifizieren. Nur der Monat stimmt.
11.05.2005: Osram führte mit den Werk- und technischen Leitern eine Benchmarktour in Treviso durch. Ziel dieser Veranstaltung ist einen Erfahrungsaustausch zwischen den Werken von Osram weltweit durchzuführen.
22.05.2006: Bei meinen häufigen Aufenthalten in Augsburg habe ich darauf geachtet, dass meine Sekretärin immer das selbe Hotel gebucht hat. Dadurch wurde ich dort schon mit Handschlag begrüßt und habe eine Suite zum Standardpreis eines Zimmers bekommen. Besonders die dazugehörige Dachterrasse war sehr angenehm.
04.07.2007: Das TPM-Expertenteam von OSRAM hat anläßlich meines Ausscheidens gesammelt und mir unter anderem eine Stunde Videoschule geschenkt. Das Training fand im Zoo von Augsburg statt. Der harte Kern des TPM-Teams hat mich dabei begleitet. Wir sind anschließend in eine Gaststätte gegangen. In der Zeit hat der Trainer das Video zusammengeschnitten und es uns dann gezeigt. Ein Glück habe ich das Geld für diese Schulung nicht ausgegeben. Das hätte mich ganz schön geärgert. Meine bereits vielfach absolvierten Fernkurse waren nicht annähernd so teuer, aber weitaus besser und hilfreicher.
ProjektmanagementAllgemeine Infos ++Osram hat sich im Rahmen seiner ständigen Optimierung der Abläufe in großen Teilen neu strukturiert. Dazu hat nicht zuletzt auch die TPM-Aktivität beigetragen. In München wurde eine neue Abteilung gegründet, mit der Aufgabe alle Projekte die bei OSRAM weltweit umgesetzt werden sollen zu zentralisieren und dort entsprechende Projektmanager zu implementieren. Einer davon wurde ich. Meinen Arbeitsplatz in Berlin habe ich behalten, dass war eine Bedingung für meinen Wechsel. Ich hatte nun zwar einen Arbeitsvertrag mit München, konnte aber in Berlin bleiben. Allerdings begann jetzt ohnehin eine intensive Reisetätigkeit für mich, weil viele Dinge doch vor Ort geregelt werden mussten.Ereignisse/Aktivitäten ++
Ich hatte in meiner letzten Arbeitsphase bei Osram ein Großprojekt zu betreuen im Umfang von 86 Millionen Euro. Die HMI-Fertigung am Standort Berlin sollte nach Bruntal in die Tschechei verlagert werden. Am Standort Bruntal wurden bisher nur Wolframdrähte gefertigt. Darum musste jetzt in einem ersten Schritt eine neue Halle gebaut werden.
25.11.2009: Martin nimmt seinen Hut und verlässt Osram und geht damit in den wohlverdienten Ruhestand. Nach mehr als 46 Arbeitsjahren denke ich hat man sich das dann auch verdient. Eigentlich wollte ich nur eine kleine Abschiedsfeier geben, es wurde dann aber doch eine ziemlich große Party, die so nicht geplant war. Sogar meine relativ neuen Kollegen aus München von der Projektgruppe sind erschienen. Da muss man erst auf Rente gehen um von allen zu erfahren, wie toll man doch war.
27.11.2009: Heute war ich das letzte mal an meinem Arbeitsplatz bei der Firma Osram. Eigentlich wäre der letzte Arbeitstag der 30.11.209, aber ich habe meinen Schreibtisch leer gemacht und gammle sowieso nur noch herum und halte andere von der Arbeit ab. Heute habe ich den Rest des Osrameigentums abgegeben. Nun kann ich nicht mal mehr das Werksgelände betreten, da ich keinen Dienstausweis mehr habe.
KontaktePeter Kark kenne ich aus seinen Führungskräftetrainings bei OSRAM. Wir beide haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Sein Stern sank allerdings bei OSRAM relativ schnell, welches Unternehmen mag es schon, wenn es von externen Leuten kritisiert wird. Er hatte versucht die schlechte Laune einiger Führungskräfte mit der oberen Führung des OSRAMhauses in München zu diskutieren. Wir beide sind in Kontakt geblieben und ich bin mit dem Einstieg meiner Videoarbeiten in sein Netzwerk vertraglich eingestiegen. Gebracht hat es allerdings sehr wenig, zumindestens für mein Unternehmen.
22.12.2023: Ich habe von PIT wieder Grüße und Wünsche zum Jahreswechsel erhalten.
08.01.2024: Ich habe als Dankeschön heute eine Mail an PIT geschickt.